Kreis-Anzeiger vom 20.06.2006
Selbst der Wettergott spielte beim Jubiläum mit
Sportverein Lißberg feierte sein 60jähriges Bestehen mit einem großen Kommersabend auf dem Sportplatz
LISSBERG (hwo). Die Verantwortlichen des Sportvereins Lißberg hatten für ihren Kommersabend anlässlich des 60jährigen Bestehens ihres Vereins die Gäste nicht etwa in einen Saal, sondern auf den Sportplatz (17.06-18.06.06 FaRaWa) eingeladen. Was keinesfalls selbstverständlich ist: Der Wettergott spielte mit. Neben vielen Vereinsmitgliedern konnte Vorsitzender Hans-Peter Kowalski auch Vertreter des Ortenberger Stadtparlaments, des Magistrats, des Ortsbeirates und befreundeter Vereine begrüßen. Besondere Ehrungen wurden aus organisatiorischen Gründen gleich zu Beginn der Veranstaltung durchgeführt. Vom Landessportbund war Maik Handlos nach Lißberg gekommen. Er lobte die vorbildliche Anlage und überreichte eine Spende des Sportkreises Wetterau. Von ihm geehrt wurden Otto Weitz, Wolfgang Bernhard und Heinz-Werner Remhof, die für besondere Verdienste im sportlichen Bereich und ehrenamtliche Mitarbeit eine Ehrennadel mit Urkunde des Landessportbundes erhielten.
Kreisfußballwart Jürgen Radeck vertrat an diesem Abend den Hessischen Fußballverband. Er hatte als Präsent einen Fußball im "WM-Look" mitgebracht und wünschte viel Glück für die laufende Runde. Für besondere Verdienste um den Verein erhielten von ihm Timo Wagner, Horst Peitsch, Manfred Haas, Roland Michel und Ralf Fehr den Ehrenbrief des Hessischen Fußballverbandes. Den ersten Teil der Vereinsgeschichte trug Klaus Leier vor. Er rief den Anwesenden die karge Zeit 1946 ins Gedächtnis, als am 10. Februar der Sportverein Lißberg gegründet wurde. Damals erklärten sich sofort 22 der 30 Anwesenden bereit, aktiv im Verein mitzuwirken. Einige der Gründungsmitglieder, die ihrem Verein 60 Jahre die Treue gehalten hatten, konnten am Samstag anwesend sein. Es wurde aber nicht nur Fußball gespielt, sondern auch gleich ordentlich gefeiert. Schon 1947 wurden Theaterstücke aufgeführt, ein Rosenfest und die Kirmes veranstaltet.
Wie in jedem Verein, gab es Höhen und Tiefen. Eine Damenhandballmannschaft wurde gegründet - auch von ihr waren noch einige Damen anwesend - dafür ging es mit den Herren 1952 erst einmal "mangels Masse" nicht weiter. Aber schon einige Jahre später waren sie wieder präsent und spielen bis heute in verschiedenen Klassen. 1966 konnte der neue Sportplatz eingeweiht werden und 1972 das Sportheim. Ein Jahr später kam die Flutlichtanlage dazu und 1977 ein Anbau an das Sportheim. In den 70er Jahren gab es auch eine Damenfußballmannschaft, wie in den 90ern noch einmal, und eine sehr aktive Tischtennisabteilung gehörte ebenfalls zum Verein. Diese gibt es, wenn auch mit weniger Mannschaften als damals, nach einer Ruhepause auch heute wieder. Später wurde die Gymnastikgruppe gegründet und seit etlichen Jahren gehört noch eine Aerobic-Abteilung dazu. Es gibt aber eine Sparte des Vereins, die zwar keinen Sport betreibt, aber auf anderer Ebene sehr erfolgreich ist: die Karnevalsabteilung, die im nächsten Jahr schon ihr 20-jähriges Bestehen feiern kann. Die Vereinsgeschichte - deren zweiter Teil Heinz-Werner Remhof vortrug - wurde ergänzt durch die Präsentation von alten Dokumenten, Zeitungsausschnitten und vielen Fotos. Untermalt wurde das Ganze mit der passenden Musik aus den vergangenen Jahrzehnten. Eine musikalisch-humoristische Einlage zeigten die "Drei Tenöre" Wilhelm Vonhof, Frank Jakob und Gerd Faust von der Karnevalsabteilung, die zu den Stimmen der echten Tenöre eine Super-Show boten. Eine weitere Abwechslung war die Darbietung der Aerobic-Abteilung und später der jungen "Star-Dancers", die sonst in der Faschingszeit ihre Auftritte haben. Bevor weitere Ehrungen durchgeführt wurden, hatten erst einmal einige Gratulanten das Wort. Für den Ortsbeirat sprach Heike Vonhof, für die städtischen Gremien Erster Stadtrat Uli Heck. Alfred Wenzel gratulierte vom SV Olympia Bergheim und für die Freiwillige Feuerwehr Lißberg deren 2. Vorsitzender Uwe Steiper.